Betrüger unterwegs!

Seit einiger Zeit tummeln sich leider in unserer Branche viele unseriöse Anbieter die mit aggressiver Werbung und unrealistischen Preisen auf Kundenfang gehen!

Und so geht es (haben wir selbst vor einiger Zeit für vier Monate hier ganz in der Nähe gehabt):

 

Die vermeintlichen „Fachleute“ mit Jahrzehnte langer Erfahrung in dritter Generation mieten ein Ladenlokal von etwa 20 m2 Größe und einem Hinterzimmer an, stellen einen Schreibtisch hinein, legen eine Handvoll Teppiche aus – und schon kann es losgehen.

Zuvor braucht das Etablissement aber noch einen wohlklingenden Namen, in unserem Falle hieß es „Düsseldorfer Teppichhaus“. Nach unseren Erfahrungen gibt es aber auch immer wieder noch andere Namenskreationen: Teppichklinik oder Teppichgalerie.

Sinn dieser Namensgebung ist natürlich die Verschleierung eines namentlich Verantwortlichen, denn den wird man dort eh nie antreffen …

 

Dann beginnt der Kundenfang: In Tageszeitungen oder dortigen Beilagen werden große bunte Anzeigen abgedruckt, dort ist die Rede von Preisen „ab 5,90 € pro m2“, oder diese Woche Sondernachlass 30 % auf alle Preise für die ersten fünf Anrufer. Zusätzlich gibt es natürlich noch einen Gutschein über 50 oder 100 €.

 

Dann wird auf den Dummen gewartet der dort anruft und glaubt, er bekommt z.B. seinen 6 m2 Orientteppich für 35,40 € gereinigt, also mit Gutschein eigentlich dazu noch ein Guthaben von 14,60 €! Natürlich immer mit Holen und Bringen im Umkreis von 70 km durch sogar zwei Mitarbeiter.

 

Wenn Sie das glauben, dann lesen Sie bitte nicht weiter, denn manche Erfahrung im Leben muss wohl einfach gemacht werden.

 

Die misstrauischen Interessierten lesen bitte hier weiter:

 

Nachdem man dort angerufen hat, mitunter rufen die „Fachleute“ bei potenziellen Opfern auch unaufgefordert selbst an, geht es so weiter: Die Mitarbeiter kommen zum Kunden, immer mit mindestens zwei Personen, und nehmen den besagten Teppich mit. Eine schriftliche Auftragsbestätigung mit verbindlichen Preisen und Angaben zu den Arbeiten, sowie Name und Anschrift des Unternehmens gibt es natürlich nicht. Bei der Rücklieferung wird dann der wahre Grund klar, denn nun geht es ans Abkassieren. 2000 € oder mehr sind da keine Ausnahme, weil die Teppiche ja so verschmutzt waren und noch andere Arbeiten „zu machen“ waren. Überflüssige angebliche Mottenlochreparaturen, Einwachsen des Teppichs, Glanzwäsche, Superedelwäsche, Mottenschutz, Einfetten usw.

 

 

Andere Quellen zu solchen Praktiken finden Sie auch hier

 

Quelle: WDR Servicezeit

            "Teppichreinigung: Vorsicht vor Abzocke"

Datum: 06.02.2017

http://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/servicezeit/video-teppichreinigung-vorsicht-vor-abzocke-100.html

 

http://www.pfiffige-senioren.de/teppichreinigung.html

 

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/roma-clan-in-leverkusen-die-geschaefte-der-familie-goman-a-961332.html

 

http://www.rp-online.de/nrw/staedte/duesseldorf/teppichexperte-wegen-betrugsversuchs-verurteilt-aid-1.3764537

 

http://www.wz-newsline.de/lokales/kreis-viersen/niederrhein/betrueger-waren-spezialisiert-auf-senioren-1.1260353

 

http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/Betrueger-legt-mit-Teppich-Klinik-mindestens-50-Senioren-herein-id23946461.html

 

 http://www.wuppertaler-rundschau.de/lokales/unserioese-teppichreiniger-ganz-miese-masche-aid-1.5577545

 

http://www.presseportal.de/blaulicht/pm/68438/3167503

 

https://www.zdf.de/nachrichten/drehscheibe/haustuergeschaefte-102.html

 

https://www.zdf.de/verbraucher/wiso/omatrick-teppichreiniger-100.html

 

Woran erkennt man den seriösen Anbieter zum Beispiel?

 

-          Seit vielen Jahren am Ort bekanntes Unternehmen, das man auch im Telefonbuch (!) findet.

 

-          Klare und marktübliche Festpreise auf jeder Auftragsbestätigung und Rechnung.

 

-          Keine „Drückerkolonnen“ mit mehreren Mitarbeitern bei der Abholung und Lieferung der Ware.

 

 

Nachfolgend beschreiben wir die Erfahrungen von Kunden und anderen "Opfern" solcher Praktiken, die uns direkt angetragen wurden: 

 

04.02.2013, aus Wuppertal:

Am Telefon erzählt eine ältere Dame, dass sie für die Reinigung eines runden Orientteppichs mit einem Durchmesser von 160 cm und zwei kleinen Nepal Vorleger von 60x120 cm insgesamt 750,00 € (!!!) bezahlen solle. Zu ändern war die Angelegenheit leider wohl nicht mehr, der Ehemann hatte schon den entsprechenden Auftrag unterschrieben.

Bei uns hätte die ganze Sache übrigens komplett 61,80 € gekostet:

Vollwäsche mit rückfettendem Wollshampoo, einschließlich Abholen, Liefern und MwSt.

 

 

Oktober 2014, Begutachtung eines reparierten Teppichs in Duisburg

 

Der Neffe einer älteren Dame bat uns in Duisburg die Reparatur eines Teppichs zu begutachten. Er nahm an, dass die Dame einen überhöhten Preis bezahlt hatte. Angesprochen durch eine Beilage in einer Tageszeitung hat die Kundin die "Teppichfachleute" angerufen und zu sich nach Hause bestellt. Es kamen, wie es in den Kreisen üblich ist, gleich mehrere. Dabei war ein Kind, das laut Kundin einen "ärmlichen" Eindruck machte. Der Wortführer ist bestimmt und bedrohlich für die Dame aufgetreten. Der Wert des Teppichs wurde schnell auf 10.000,- € geschätzt.

Bei dem Teppich handelt es sich um einen guten Gebrauchsteppich der Provenienz Afghan. Beide Fransenseiten waren beschädigt. Der Kundin wurde vorgeschlagen die Fransen abzuschneiden und beide Schnittkanten zu ketteln. Auf Nachfrage wurde erklärt, dass dies keine Wertminderung zu Folge hat, ganz im Gegenteil. Gleichzeitig sollten der Afghan Teppich und eine Nepal Brücke auch gereinigt werden. Überrumpelt durch das Auftreten der Männer und aus Mitleid mit dem Kind, wurde der Gesamtpreis von 5.500,- € akzeptiert und die Teppiche gleich mitgenommen.

Der Kundin wurde keine schriftliche Auftragsbestätigung ausgehändigt. Unsicher geworden rief die Kundin ein paar Tage später die Teppichreiniger an und erhielt einen Nachlass auf den Gesamtpreis, der dann 5.000,- € betragen sollte. Kurze Zeit später wurden die Teppiche durch den Sohn des Inhabers ausgeliefert und die 5.000,- € gegen eine allgemeine Quittung kassiert.

Wenig später meldete sich der Inhaber telefonisch und wollte noch einen Teppich verkaufen. Darauf hat sich die Kundin dann aber nicht eingelassen.

 

Der Teppich wurde auf Wunsch des Neffen bezüglich der Reparatur von unserer Werkstattleiterin vor Ort in Augenschein genommen.

Die Fransen und evtl. Kelim wurden abgeschnitten und es wurde eine unfachmännische und unsachgemäße maschinelle Kettelkante angebracht. Hierbei wurde noch nicht einmal die Schnittkante durch Schweißband oder durch Aufbringen eines Kantenklebers verfestigt. Die Folgen sind Wellen in der Kante und eine verringerte Haltbarkeit. Die Schnittkante wurde auch nicht begradigt, so dass sie nicht gerade verläuft.

Diese Arbeit hätte bei uns, auch wenn wir der Kundin von dieser Befestigung abgeraten hätten, 78,20 € gekostet. Die rückfettende Wäsche für den Afghan hätte bei uns 193,35 € und die Wäsche der Nepal Brücke 25,48 € gekostet. Zusammen sind das 297,03 €.

Eine fachgerechte Reparatur der Fransenseiten, bei der das vorhandene Material erhalten bleibt, hätte bei uns 425,- € gekostet.

 

 

18.01.2016, aus Dormagen:

Ein älterer Herr aus Dormagen ruft ganz traurig bei uns an und erzählt: Er hätte einen Orientteppich von einer Teppichgalerie abholen lassen und solle nun für die Reinigung und Reparatur eines Risses 2.000,00 € bezahlen. Nun wollte er von uns erfahren, was wir als eingetragener Innungsbetrieb für solche Arbeiten veranschlagen: Teppichgröße 250x350 = 8,75 m2 x 13,90 € = 121,63 €. Für die Reparatur nach vorsichtiger Schätzung ohne Besichtigung vielleicht 150,00 € ............

Er war entsetzt, aber leider konnten wir ihm nicht mehr helfen, denn er hatte die Arbeiten schon in Auftrag gegeben, konnte aber immerhin den Preis noch auf 1.600,00 € reduzieren - allerdings immer noch viel zu viel für diese Arbeiten!

 

 

21.01.2016, aus Düsseldorf:

Eine Frau ruft an und fragt nach, ob wir Teppiche ankaufen. Ihre Schwester ist im Pflegeheim und darf keine Teppiche auslegen. Die Teppiche, Senneh und Sarough-Mir, wurden 1984 von uns geliefert.

Sie hatte aber schon einen Anbieter aus Düsseldorf-Benrath angerufen, der sich die Teppiche bei ihr angeschaut hat. Er wollte die Teppiche reinigen und dann verkaufen. Die Reinigung sollte 2.200,00 € kosten. Auf Rückfrage war er bereit auf 2.000,00 € nachzulassen, aber nur bei einer sofortigen Anzahlung von 1.000,00 €. Die andere Hälfte bei Fertigstellung der Arbeiten.

Nach der Reinigung würde er die Teppiche in ein anderes Land verschiffen und dort für 10.000,00 € verkaufen. Die Kundin meinte dann dass er ihr die 10.000,00 € auch direkt bezahlen könne. Der Händler verneinte dies, da er erst die Teppiche verkaufen müsse.

Das war der Kundin glückerlicherweise alles zu heikel und sie erteilte den Auftrag nicht.

Ihr Schwager, der in Hamburg selber mit Teppichen zu tun hat, meinte dass es dann schon mal vorkommt, dass die Teppiche beim Transport aus unerklärlichen Gründen verschwinden ...........

Übrigens hätte die Reinigung der beiden je 8,75 m2 großen Teppiche bei uns zusammen 243, 26 € gekostet, einschließlich Abholen, Liefern und MwSt..

 

 

Kundenbesuch vom 05.07.2016 in Düsseldorf

Eine Kundin wünschte einen Kostenvoranschlag für die Reparatur einer Orient Brücke. Während des Gesprächs erwähnte die Kundin, dass bereits ein anderes Unternehmen für einen Kostenvoranschlag bei Ihr war. Aufmerksam geworden war sie durch ein buntes Faltblatt als Beilage in einer Tageszeitung. In diesem Faltblatt war für die Reinigung ein sehr günstiger Quadratmeterpreis angegeben worden. Die Orient Brücke sollte gewaschen und rundum neu eingefasst werden. Wie üblich kamen zwei Herren, die laut Kundin sehr stark mit Goldschmuck behangen waren. Nach Begutachtung der Brücke wurde schnell ein Gesamtpreis von 1.800,00 € veranschlagt. Des weiteren fiel den Teppichhändlern vor Ort ein großer Orient Teppich auf, der allerdings schon beachtlichen Mottenfraß aufwies. Diesen wollten sie mit einem Teppich aus ihrem Bestand im Wert von 6.000,00 € eintauschen. Die Kundin fragte nach, was die Händler mit dem zerfressenen Teppich denn machen wollten. „Der ist für arme Kinder“ wurde ihr geantwortet. Glücklicherweise ließ die Kundin sich nicht überreden und merkte an, dass sie nur Rentnerin sei und keine 1.800,00 € für eine Teppichreinigung und –reparatur zahlen könne. Mit dem Hinweis der Händler wenigstens einen Auftrag erhalten zu dürfen, reduzierten sie den Gesamtpreis schrittweise bis auf 1.200,00 €.  Die Kundin ließ sich nicht überreden und schickte die beiden Herren wieder weg. In einem Gespräch mit Ihren Kindern unterstützten diese die Entscheidung der Mutter und meinten, dass es besser wäre eine alteingesessene Firma zu kontaktieren. Unsere Kalkulation in Höhe von 429,00 € für Reinigung und Reparatur der Orient Brücke wurde von der Kundin akzeptiert. Natürlich ist dies ein Festpreis mit ordnungsgemäßer Rechnung bei Lieferung.

 

23.08.2016, aus Düsseldorf

 

 

Ganz neue Masche?

 

Kundenfang im Krankenhaus?

 

Heute erfolgte der Anruf einer besorgten Tochter. Ihre Mutter musste in der Notaufnahme eines Krankenhauses versorgt werden und wurde dort von einem Mann in der Begleitung seiner Schwiegermutter angesprochen. Thema des Gespräches war die Reinigung von Teppichen. Die Frau wurde in dem Gespräch von der Notwendigkeit einer Teppichreinigung überzeugt. Wieder Zuhause wurde die Dame von zwei Herren der Teppichreinigung besucht. Schnell wurde für die Reinigung und Reparatur zweier Teppiche (250x345; 120x180) 4.000,- € veranschlagt. Die Teppiche sollten gereinigt und rundherum neu eingefasst werden. Die Männer stellten zwar eine Auftragsbestätigung aus, öffneten aber ohne Wissen des Kunden einen Schrank und legten diese dort hinein. Die Auftragsbestätigung war nur allgemein gehalten, ohne die Aufführung einzelner Arbeitspositionen und deren Kosten. Kurze Zeit nachdem die Teppiche mitgenommen wurden, riefen die Teppichreiniger wieder an und teilten dem Ehepaar mit, dass sich die Kosten um 500,- € auf 4.500,- € erhöhen würden. Der Ehemann wollte wissen wo die Auftragsbestätigung sei. Erst auf Nachfrage wurde ihm dies mitgeteilt. Glücklicherweise war die Tochter nun anwesend. Sie erklärte dass es ihren Eltern nicht möglich sei die gesamte Summe zu bezahlen. Daraufhin einigte man sich auf 2.000,- €. Die Eltern sollten die Teppiche aber in der Reinigung abholen. Die Tochter merkte an, dass ihre Eltern nicht in der Lage sind die Teppiche abzuholen. Daraufhin wurde ein Liefertermin vereinbart. Die Frau ging mit der Auftragsbestätigung zu ihrer Bank und legte diese am Schalter vor um das Geld zu erhalten. Die Bankangestellte wunderte sich über den hohen Betrag und informierte ihren Vorgesetzten. Dieser unterrichtete die Polizei. Die Polizei wird bei der Lieferung der Teppiche nun anwesend sein.

 

Die Fa. Heinzelmann ist nicht für die Inhalte fremder Seiten verantwortlich, die über einen Link erreicht werden!